Modul 1 von 6

Grundlagen: Wie ein Computer denkt

Ein Computer versteht kein Deutsch, kein Java und keine Tabelle. Er kennt Strom an und Strom aus. Alles andere - dein Foto, deine Musik, die SAP-Rechnung eines Kunden - ist eine Vereinbarung darüber, wie man aus diesen zwei Zuständen etwas Sinnvolles baut. Dieses Modul erklärt diese Vereinbarung.

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Was du nach diesem Modul kannst
  • erklären, warum Computer mit Nullen und Einsen arbeiten
  • zwischen Dezimal-, Binär- und Hexadezimalzahlen umrechnen
  • Speichergrößen einordnen und ausrechnen, wie viel Platz Daten brauchen
  • die Bauteile eines Rechners und ihre Aufgabe benennen
  • sagen, was ein Betriebssystem eigentlich tut
  • Wahrheitstabellen aufstellen und logische Ausdrücke vereinfachen

1. Was ist Informatik überhaupt?

Der Name führt in die Irre. Informatik ist nicht die Lehre von Computern, so wenig wie Astronomie die Lehre von Teleskopen ist. Informatik ist die Wissenschaft davon, wie man Probleme so beschreibt, dass eine Maschine sie lösen kann. Der Computer ist dabei nur das Werkzeug.

Bild aus dem Alltag

Stell dir vor, du erklärst jemandem am Telefon, wie man einen Kuchen backt - jemandem, der noch nie in einer Küche war, kein Mitdenken beherrscht und alles wörtlich nimmt. "Rühr den Teig glatt" reicht nicht. Du müsstest sagen: nimm den Löffel in die Hand, führe ihn im Kreis durch die Schüssel, wiederhole das 40 Mal. Genau diese Übersetzungsarbeit ist Informatik.

Für dein Studium ist die Aufteilung in vier Bereiche nützlich, weil deine Vorlesungen genau so heißen werden:

BereichFrage dahinterTypische Vorlesung
Technische Informatik Wie baut man aus Elektrizität eine Rechenmaschine? Rechnerarchitektur
Praktische Informatik Wie schreibt man Programme, die funktionieren und wartbar bleiben? Programmierung, Software Engineering
Theoretische Informatik Was kann man überhaupt berechnen - und wie aufwendig ist es? Algorithmen, Automatentheorie
Angewandte Informatik Wie löst man damit echte Probleme in Unternehmen? Wirtschaftsinformatik, Datenbanken
Warum das für dich zählt

Wirtschaftsinformatik sitzt zwischen zwei Welten: Die Fachabteilung sagt "wir brauchen schnellere Bestellfreigaben", die Entwicklung braucht daraus eine präzise Anforderung. Du bist die Person, die beide Sprachen spricht. Deshalb musst du Technik nicht bis in die letzte Schaltung beherrschen - aber du musst genau genug verstehen, um zu erkennen, wenn eine Idee technisch teuer wird.

2. Bits, Bytes und warum alles Zahlen sind

In einem Computer gibt es physikalisch nur zwei unterscheidbare Zustände: Es fließt Strom oder es fließt keiner. Man nennt sie 0 und 1. Ein solcher Zustand heißt Bit (von binary digit, Binärziffer).

Ein Bit allein kann fast nichts. Aber Bits nebeneinander vervielfachen die Möglichkeiten: Mit jedem zusätzlichen Bit verdoppelt sich die Zahl der darstellbaren Zustände.

BitsMögliche ZuständeBeispiel
12ja / nein
24vier Himmelsrichtungen
38acht Farben
8256ein Byte - alle Zeichen des lateinischen Alphabets samt Zeichensetzung
1665 536Postleitzahlen, kleine Zahlen in Datenbanken
32gut 4 Milliardenklassische IP-Adressen, Ganzzahlen in vielen Programmiersprachen
64rund 18 Trillionenheutige Standardgröße für Zahlen und Speicheradressen
Die eine Formel, die du brauchst

Mit n Bits kannst du 2n verschiedene Werte unterscheiden. Und andersherum: Für m verschiedene Werte brauchst du mindestens log2(m) Bits, aufgerundet.

Acht Bits fasst man zu einem Byte zusammen. Das ist die Einheit, in der Speicher gemessen wird. Bei den größeren Einheiten gibt es eine Stolperfalle, über die auch Profis regelmäßig streiten:

EinheitWie vielUngefähr so viel wie
1 Kilobyte (kB)1 000 Byteeine halbe Seite Text
1 Megabyte (MB)1 000 kBein Foto vom Handy in mittlerer Qualität
1 Gigabyte (GB)1 000 MBein Film in guter Qualität
1 Terabyte (TB)1 000 GBeine normale Festplatte
1 Petabyte (PB)1 000 TBder Datenbestand eines großen Konzerns
Warum deine 1-TB-Festplatte nur 931 GB anzeigt

Festplattenhersteller rechnen mit Tausenderschritten: 1 TB = 1 000 000 000 000 Byte. Windows rechnet aber in Zweierpotenzen: 1 "GB" bedeutet dort 1024 · 1024 · 1024 Byte. Dieselbe Platte, zwei Zählweisen, gefühlt 7 Prozent weniger Platz.

Korrekt heißen die Zweierpotenz-Einheiten Kibibyte (KiB), Mebibyte (MiB) und Gibibyte (GiB). In Klausuren wird gern gefragt, ob du den Unterschied kennst.

Eine typische Prüfungsrechnung

Ein Kundenstammsatz belegt 2 kB. Wie viel Speicher brauchen 3 Millionen Kunden?

3 000 000 · 2 kB = 6 000 000 kB
                 = 6 000 MB
                 = 6 GB

Solche Abschätzungen wirst du in Datenbank- und SAP-Vorlesungen ständig machen - sie entscheiden darüber, ob eine Lösung auf einen Server passt oder nicht.

3. Zahlensysteme: binär, dezimal, hexadezimal

Wir rechnen im Dezimalsystem, weil wir zehn Finger haben. Die Zahl 407 bedeutet in Wahrheit eine Rechnung:

4 · 100  +  0 · 10  +  7 · 1
= 4 · 10²  +  0 · 10¹  +  7 · 10⁰

Jede Stelle hat eine Wertigkeit, und diese Wertigkeiten sind Potenzen der Basis 10. Genau dasselbe Prinzip funktioniert mit jeder anderen Basis. Im Binärsystem ist die Basis 2:

1 0 1 1 0 0 1 0   (binär)
│ │ │ │ │ │ │ └─ 0 · 1   =   0
│ │ │ │ │ │ └─── 1 · 2   =   2
│ │ │ │ │ └───── 0 · 4   =   0
│ │ │ │ └─────── 0 · 8   =   0
│ │ │ └───────── 1 · 16  =  16
│ │ └─────────── 1 · 32  =  32
│ └───────────── 0 · 64  =   0
└─────────────── 1 · 128 = 128
                          ─────
                            178

Probier es selbst aus

Klick die Bits an und beobachte, wie sich die Zahl ändert. Setz zum Beispiel nur das linke Bit - schon bist du bei 128. Setz alle acht - das ist 255, der größte Wert, den ein Byte fassen kann.

Von dezimal nach binär: das Verfahren

Teile fortlaufend durch 2 und notiere die Reste. Am Ende liest du die Reste von unten nach oben.

Aufgabe: 43 in binär

43 : 2 = 21  Rest 1   ▲
21 : 2 = 10  Rest 1   │
10 : 2 =  5  Rest 0   │  von unten
 5 : 2 =  2  Rest 1   │  nach oben
 2 : 2 =  1  Rest 0   │  lesen
 1 : 2 =  0  Rest 1   │

Ergebnis: 101011

Probe: 32 + 8 + 2 + 1 = 43  ✓

Hexadezimal - warum es das gibt

Binärzahlen sind für Menschen unlesbar. 11010010111100001010 kann sich niemand merken. Das Hexadezimalsystem mit der Basis 16 löst das: Genau vier Bits ergeben immer eine Hexadezimalziffer. Da es mehr als zehn Ziffern braucht, kommen die Buchstaben A bis F dazu.

DezimalBinärHexDezimalBinärHex
000000810008
100011910019
200102101010A
300113111011B
401004121100C
501015131101D
601106141110E
701117151111F
Der Trick, der alles einfach macht

Binär in Hex umzurechnen heißt nur: von rechts in Vierergruppen zerlegen und jede Gruppe einzeln nachschlagen.
1101 0010D und 20xD2. Kein Rechnen nötig. Rückwärts genauso.

Hex begegnet dir überall: Farben im Web (#0A6ED1 ist das Blau dieser Seite), Speicheradressen in Fehlermeldungen, MAC-Adressen von Netzwerkkarten.

4. Wie aus Zahlen Text wird

Wenn ein Computer nur Zahlen kennt, wie speichert er dann das Wort "Hallo"? Durch eine Vereinbarung: eine Tabelle, die jedem Zeichen eine Zahl zuordnet. Diese Tabelle heißt Zeichenkodierung.

Die älteste verbreitete Tabelle ist ASCII aus den 1960er Jahren. Sie nutzt 7 Bit, kennt also 128 Zeichen - genug für englische Buchstaben, Ziffern und Satzzeichen. Deutsche Umlaute? Nicht vorgesehen.

H = 72    a = 97     l = 108    o = 111

"Hallo"  →  72 97 108 108 111
         →  01001000 01100001 01101100 01101100 01101111
Zwei Muster, die man sich merken kann

Die Großbuchstaben beginnen bei 65 (A), die Kleinbuchstaben bei 97 (a). Der Abstand beträgt genau 32 - eine einzige Zweierpotenz. Deshalb reicht das Umschalten eines Bits, um zwischen Groß- und Kleinschreibung zu wechseln. Die Ziffern beginnen bei 48 ('0'), weshalb '7' - '0' die Zahl 7 ergibt.

Weil 128 Zeichen für die Welt nicht reichen - Chinesisch allein hat Zehntausende - gibt es heute Unicode. Unicode vergibt jedem Zeichen jeder Sprache eine Nummer, inzwischen über 150 000 Stück, samt Emoji.

UTF-8 ist die Regel, wie diese Nummern in Bytes geschrieben werden. Der Clou: Die ersten 128 Zeichen belegen weiterhin nur ein Byte und sind identisch mit ASCII. Seltenere Zeichen belegen zwei, drei oder vier Byte.

ZeichenUnicode-NummerBytes in UTF-8
AU+00411
äU+00E42
U+20AC3
😀U+1F6004
Der Klassiker: "ü" statt "ü"

Diese kaputten Zeichen entstehen, wenn eine Datei als UTF-8 geschrieben, aber als älteres Format gelesen wird. Der Computer sieht die richtigen Bytes, wendet nur die falsche Tabelle darauf an. In Datenmigrationen - etwa beim Import von Kundendaten in ein SAP-System - ist das einer der häufigsten Fehler überhaupt. Merksatz: Bytes ohne die Angabe der Kodierung sind bedeutungslos.

5. Die Bauteile eines Rechners

Der Computer als Büro

Die CPU ist der Sachbearbeiter, der die Arbeit tatsächlich macht. Der Arbeitsspeicher ist sein Schreibtisch: schnell erreichbar, aber begrenzt, und abends wird er leer geräumt. Die Festplatte ist der Aktenschrank im Nebenraum: riesig und dauerhaft, aber jeder Griff dorthin kostet Zeit. Der Cache ist der Notizzettel direkt vor der Nase.

CPU - der Prozessor

Die CPU führt in einer Endlosschleife drei Schritte aus: Befehl holen, Befehl entschlüsseln, Befehl ausführen. Dieser Zyklus heißt Von-Neumann-Zyklus und ist eine beliebte Prüfungsfrage. Wichtige Kenngrößen:

  • Takt (z. B. 3,5 GHz): 3,5 Milliarden Arbeitsschritte pro Sekunde.
  • Kerne: mehrere Sachbearbeiter, die parallel arbeiten. Vier Kerne machen ein Programm aber nur schneller, wenn es die Arbeit auch aufteilen kann.
  • Cache: winziger, extrem schneller Speicher direkt in der CPU.

Die Speicherpyramide

Je schneller ein Speicher, desto teurer und kleiner ist er. Deshalb baut man ihn in Schichten. Die Zahlen zeigen, warum Programmierer sich um Speicherzugriffe kümmern:

EbeneTypische GrößeZugriffszeitBleibt ohne Strom?
Register in der CPUwenige hundert Byte< 1 nsnein
Cache (L1 bis L3)1-64 MB1-20 nsnein
Arbeitsspeicher (RAM)8-64 GBca. 100 nsnein
SSD0,5-4 TBca. 100 000 nsja
Festplatte (HDD)1-20 TBca. 10 000 000 nsja
Größenordnungen greifbar gemacht

Rechnet man einen CPU-Zugriff auf 1 Sekunde hoch, dauert ein RAM-Zugriff etwa 2 Minuten, ein SSD-Zugriff gut einen Tag und ein Festplattenzugriff mehrere Monate. Genau deshalb ist SAP HANA eine In-Memory-Datenbank: Sie hält die Daten im Arbeitsspeicher statt auf der Platte. Das ist der ganze Trick hinter der Geschwindigkeit - und der Grund, warum die Server so teuer sind.

6. Was ein Betriebssystem tut

Ohne Betriebssystem müsste jedes Programm selbst wissen, wie man einen bestimmten Drucker anspricht oder wie die Festplatte aufgebaut ist. Das Betriebssystem ist die Vermittlungsschicht zwischen Hardware und Anwendungen. Es hat vier Hauptaufgaben:

Prozessverwaltung

Entscheidet, welches Programm wann wie lange die CPU bekommt. Weil das sekündlich tausendfach wechselt, wirkt es, als liefe alles gleichzeitig.

Speicherverwaltung

Teilt jedem Programm seinen eigenen Speicherbereich zu und sorgt dafür, dass keines im Speicher eines anderen herumschreiben kann.

Dateisystem

Verwandelt eine Platte voller nummerierter Blöcke in Ordner und Dateien mit Namen, Rechten und Änderungsdatum.

Geräte und Rechte

Spricht über Treiber mit Hardware und prüft bei jedem Zugriff, ob der jeweilige Benutzer das überhaupt darf.

Prozess und Thread

Ein Prozess ist ein laufendes Programm mit eigenem Speicherbereich. Ein Thread ist ein Ausführungsstrang innerhalb eines Prozesses - mehrere Threads teilen sich denselben Speicher. In deinem Textprogramm läuft die Rechtschreibprüfung in einem eigenen Thread, während du weitertippst.

Die Kommandozeile

Im Studium und erst recht im Berufsalltag wirst du an der Kommandozeile arbeiten. Sie wirkt altmodisch, ist aber präzise, schnell und wiederholbar - man kann Befehle aufschreiben und automatisch ausführen lassen, was mit Mausklicks nicht geht.

AufgabeLinux / macOSWindows (PowerShell)
Wo bin ich?pwdpwd
Inhalt anzeigenls -ldir
Ordner wechselncd projektecd projekte
Ordner anlegenmkdir neumkdir neu
Datei anzeigencat datei.txttype datei.txt
In Dateien suchengrep "Kunde" *.txtSelect-String "Kunde" *.txt
Zwei Abkürzungen, die sofort helfen

cd .. geht einen Ordner nach oben. Und die Tabulatortaste vervollständigt Datei- und Ordnernamen automatisch - das spart nicht nur Tipparbeit, es verhindert auch Tippfehler.

7. Logik und Boolesche Algebra

Jede Entscheidung im Computer - jedes if, jeder Datenbankfilter, jede Berechtigungsprüfung in SAP - basiert auf Aussagen, die entweder wahr oder falsch sind. Die Rechenregeln dafür hat George Boole im 19. Jahrhundert aufgestellt, lange bevor es Computer gab.

Die drei Grundverknüpfungen

ABA UND BA ODER BNICHT A
falschfalschfalschfalschwahr
falschwahrfalschwahrwahr
wahrfalschfalschwahrfalsch
wahrwahrwahrwahrfalsch
Die häufigste Verwechslung

Das ODER der Logik ist einschließend: "A oder B" ist auch dann wahr, wenn beide zutreffen. Im Alltag meinen wir mit "Kaffee oder Tee" das Gegenteil - genau eines von beiden. Diese Variante heißt XOR (entweder-oder) und ist etwas anderes. Wenn du eine Bedingung liest, frag dich immer, welches "oder" gemeint ist.

Wahrheitstabellen aufstellen

Bei Prüfungsaufgaben geht man immer gleich vor: alle Kombinationen der Eingaben auflisten (bei n Variablen sind es 2n Zeilen), dann spaltenweise von innen nach außen auswerten.

Ausdruck:  NICHT (A UND B)

A       B       A UND B    NICHT (A UND B)
falsch  falsch  falsch     wahr
falsch  wahr    falsch     wahr
wahr    falsch  falsch     wahr
wahr    wahr    wahr       falsch

Die Regeln von De Morgan

Zwei Umformungen, die in Klausuren garantiert vorkommen und die man auch beim Programmieren ständig braucht:

NICHT (A UND B)  =  (NICHT A) ODER  (NICHT B)
NICHT (A ODER B) =  (NICHT A) UND   (NICHT B)
In Worten

"Es ist nicht wahr, dass ich Zeit und Geld habe" bedeutet: "Mir fehlt die Zeit oder das Geld." Beim Verneinen kippt das UND zum ODER und umgekehrt.

Wo dir das begegnet

  • In Bedingungen: if (kunde.aktiv && !kunde.gesperrt)
  • In Datenbankabfragen: WHERE land = 'DE' AND umsatz > 1000
  • In Berechtigungsrollen: Ein Nutzer darf etwas, wenn Rolle A oder Rolle B zugewiesen ist, aber nicht, wenn eine Sperre existiert.
  • In Suchmasken jedes ERP-Systems.

Übungen

Rechne mit Zettel und Stift, bevor du die Lösung aufklappst. Das Nachvollziehen einer fertigen Lösung fühlt sich nach Verstehen an, ist aber keines.

Leicht

Aufgabe 1. Rechne 1010 1100 ins Dezimalsystem um.

Lösung anzeigen
Wertigkeiten:  128  64  32  16   8   4   2   1
Bits:            1   0   1   0   1   1   0   0

128 + 32 + 8 + 4 = 172

Aufgabe 2. Wandle die Dezimalzahl 200 in eine Binärzahl um.

Lösung anzeigen
200 : 2 = 100  Rest 0
100 : 2 =  50  Rest 0
 50 : 2 =  25  Rest 0
 25 : 2 =  12  Rest 1
 12 : 2 =   6  Rest 0
  6 : 2 =   3  Rest 0
  3 : 2 =   1  Rest 1
  1 : 2 =   0  Rest 1

Von unten gelesen: 11001000
Probe: 128 + 64 + 8 = 200 ✓

Aufgabe 3. Wie viele Bits brauchst du mindestens, um 500 verschiedene Artikelnummern zu unterscheiden?

Lösung anzeigen

8 Bit reichen für 28 = 256 Werte, das ist zu wenig. 9 Bit ergeben 29 = 512 Werte, das genügt. Antwort: 9 Bit.

Mittel

Aufgabe 4. Rechne 0x3F in eine Dezimalzahl um - einmal über den Umweg Binär und einmal direkt.

Lösung anzeigen

Über binär: 3 = 0011, F = 1111, zusammen 00111111 = 32+16+8+4+2+1 = 63.

Direkt: 3 · 16 + 15 · 1 = 48 + 15 = 63.

Aufgabe 5. Ein Onlineshop speichert pro Bestellung 4 kB. Es kommen täglich 12 000 Bestellungen herein. Wie viel Speicher wächst pro Jahr an?

Lösung anzeigen
pro Tag:   12 000 · 4 kB   = 48 000 kB = 48 MB
pro Jahr:  48 MB · 365     = 17 520 MB ≈ 17,5 GB

Für die Daten selbst also überschaubar. In der Praxis kommen aber Indizes, Sicherungen und Protokolldateien dazu - grob das Zwei- bis Dreifache.

Aufgabe 6. Stelle die Wahrheitstabelle für (A ODER B) UND (NICHT C) auf.

Lösung anzeigen
A  B  C │ A ODER B │ NICHT C │ Ergebnis
0  0  0 │    0     │    1    │    0
0  0  1 │    0     │    0    │    0
0  1  0 │    1     │    1    │    1
0  1  1 │    1     │    0    │    0
1  0  0 │    1     │    1    │    1
1  0  1 │    1     │    0    │    0
1  1  0 │    1     │    1    │    1
1  1  1 │    1     │    0    │    0

Drei Zeilen liefern wahr - immer dann, wenn C falsch ist und mindestens eine der beiden anderen Variablen wahr.

Schwer

Aufgabe 7. Vereinfache NICHT (A ODER (NICHT B)) mit De Morgan.

Lösung anzeigen
NICHT (A ODER (NICHT B))
= (NICHT A) UND (NICHT (NICHT B))     ← De Morgan
= (NICHT A) UND B                     ← doppelte Verneinung hebt sich auf

In Worten: Der Ausdruck ist genau dann wahr, wenn A falsch und B wahr ist.

Aufgabe 8. Das Wort SAP soll in UTF-8 gespeichert werden. Wie viele Byte belegt es, und welche Zahlenwerte stehen darin? (A = 65)

Lösung anzeigen

Alle drei Zeichen sind Großbuchstaben aus dem ASCII-Bereich, belegen also je 1 Byte - zusammen 3 Byte.

A = 65, also:  S = 83, A = 65, P = 80

binär: 01010011  01000001  01010000
hex:   0x53      0x41      0x50

Rechenweg für S: S ist der 19. Buchstabe, A der 1. Also 65 + 18 = 83.

Aufgabe 9. Eine Datei ist 3,5 MiB groß und soll über eine Leitung mit 50 Mbit/s übertragen werden. Wie lange dauert das ungefähr?

Lösung anzeigen

Die Falle steckt in den Einheiten: Dateigrößen zählen in Byte, Leitungsgeschwindigkeiten in Bit. Ein Byte sind 8 Bit.

3,5 MiB = 3,5 · 1 048 576 Byte ≈ 3 670 016 Byte
        = 3 670 016 · 8 Bit    ≈ 29 360 128 Bit
        ≈ 29,4 Mbit

29,4 Mbit : 50 Mbit/s ≈ 0,59 Sekunden

In der Praxis dauert es etwas länger, weil das Netzwerkprotokoll selbst Platz braucht - grob 5 bis 10 Prozent Aufschlag.

Selbsttest

Zu jeder Antwort bekommst du eine Begründung - auch dann, wenn du richtig lagst.

Karteikarten zu diesem Modul

Fünf Minuten am Tag reichen. Was du wusstest, kommt später wieder; was du nicht wusstest, gleich noch einmal.

Wenn du tiefer einsteigen willst

  • Charles Petzold, "Code" - baut aus Taschenlampen und Relais Schritt für Schritt einen Computer. Das beste Buch, um wirklich zu verstehen, warum Rechner mit Nullen und Einsen arbeiten. Ohne Vorkenntnisse lesbar.
  • Andrew Tanenbaum, "Rechnerarchitektur" - das Standardwerk vieler Vorlesungen. Trocken, aber vollständig.
  • CrashCourse Computer Science (YouTube, englisch mit Untertiteln) - 40 kurze Folgen von den Grundlagen bis zu künstlicher Intelligenz.